Kneipenlesung „Aua! – Wir ziehen die Schmerzgrenze“ am 18.11.2017 im Café Ostermann

Ebenfalls am 18.11.2017 war ich nach dem ersten Tag auf der PaderBow mit der Kneipenlesung „on tour“. Wir haben zum Thema „Aua! – Wir ziehen die Schmerzgrenze“ wieder unsere Bücherregale durchforstet und allerhand Schmerzhaftes für euch ausgebuddelt und vorgelesen.
Nachdem wir uns anfangs noch wunderten, wo denn unser liebes Publikum abgeblieben war, wurde es kurz vor Beginn doch noch recht voll und Fritz musste mit dem wundervollen, wenn auch unreinen Binnenreim „Kommen Sie ruhig nach vorne durch“ dafür sorgen, dass sich einige unserer Zuhörer an die vordersten Tische trauten. Dabei wurden wir im Heft doch noch mit „ab 12 Jahren“ beworben! 😀

Pünktlich um 20 Uhr ging es an diesem Tag auch endlich mit dem Rampenreh/Achim und in Ursprungsmusikbandbesetzung los.
Wer übrigens noch ein Weihnachtsgeschenk für sich oder seine Lieben sucht, dem lege ich wärmstens den Kneipenlesungs-Spreashirt-Shop ans Herz. Dort gibt es alles Mögliche und Unmögliche, womit ihr zeigen könnt, welche Kleinkunstgruppe ihr am allerliebsten habt. 😉 Mein Favorit ist ja der Weihnachtsstrumpf. 😀
Ähem – hier noch eine Durchsage am Rande: Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich für unbestimmte Zeit…
Hier bitte AGBs und Widerrufsbelehrung einfügen. 😀

So, nach dem ganzen Rechtlichen ging es mit Anne dann auch endlich los, die einen äußerst schmerzhaften Text vortrug, der thematisch zwar nicht das Thema behandelte, dessen „Erzählweise“ aber durchaus für hochgerollte Zehennägel sorgte. Ich sage nur: I bims 1 wummen vong krahse Credibiliti her und sou. 😀
Helga hatte sich in ein „Autschn!“-Shirt gehüllt und las über Gauß, der nach Ideen suchte, um sich von seinen quälenden Zahnschmerzen zu befreien. Er vermisste in dieser Zeit in Göttingen seine Mutter. Der Ärmste! Hätte ich solche Zahnschmerzen gehabt, würde ich sicherlich nicht nur meine Mutter vermissen…
Werner las einen Text über Gesprächsthemen vor. So unterhält man sich wohl nicht über Beruf, Fußball und Alkohol, Sex oder Beziehungsprobleme, wenn man eine Beziehung mit Bosch, dem Kühlschrank, unterhält. Es geht um äußerst tiefsinnige Vergleiche wie der zwischen Dean Martin und Jerry Lewis und die Frage, ob Karl May schwul macht. Schmerzhaft? Tja, wer nicht da war, wird nie erfahren wie sehr. 😀
Sandra las dann meinen absoluten Favoriten vor: Ihr Text behandelte einen Kunden eines SM-Studios, der auf dermaßen abgefahrene Sachen stand, dass er in einigen Läden bereits Hausverbot hatte. Die Mitarbeiterin eines Ladens lässt sich jedoch mit ihm in eine Kiste sperren und erlebt die schlimmste Zeit ihres Lebens. Warum? Ich verrate nur so viel: Es hat mit seiner Zunge, einer Rasierklinge/einem Piercing und jeder Menge Qual zu tun.
Hagen gab in seinem Text einen wahren Showdown in Rheine zum Besten. Entgegen der Annahme, dass in Münster eher was los sei, musste der Protagonist sich mit der „Noodle Challenge“ auseinandersetzen, denn er verbot seinem Kind, eine normale Portion zu bestellen, das Kind würde am Ende ja sowieso nicht aufessen. Am Ende sind sogar Radio und Zeitung vor Ort, es werden Wetten abgeschlossen, ob der Mann seine Portion Nudeln auch schafft. Da soll nochmal einer sagen, in Rheine wäre nie was los…
Der erste Block wurde mit einem Lied beschlossen, das thematisch sicherlich auch in die vergangene „Was hätte aus mir werden können?“-Lesung gepasst hätte. Na, welches Lied war das wohl? 😉
Den zweiten Block eröffnete Achim aka Rampenreh mit einer fixen Abhandlung über Philip Rösler und Frösche. Was ein Qua(r)k! 😀
Ich durfte dieses Mal einen Text vorlesen, der im Nachhinein betrachtet, aufgrund meines Hobbys erstaunlich gut in mein Leben passte. Er behandelte das sicherlich äußerst peinigende Aufeinandertreffen von Augenhöhle und Armbrustbolzen. Nach dem letzten Satz, den ich gelesen habe, meine ich auch das ein oder andere gezischte „Autsch!“ gehört zu haben.
Fritz holte uns mit der Frage, ob man schon wichst, wenn man den Pimmel rausholt, aus der von mir geschaffenen, gedrückten Stimmung. Und? Macht man das? Was denkt ihr? 😀
Die Protagonisten aus Fritz‘ Text kamen auf die – zugegebenermaßen – ziemlich bescheuerte Idee, mithilfe ihrer Vorhäute Fliegen zu fangen. Das geht auch lange gut, bis einer nicht genau hinschaut und im Eifer des Gefechts (die Wortwahl ist hier natürlich rein zufällig – ein Schelm, der was anderes denkt!) anstelle einer Fliege eine Wespe fängt. Dazu gerät einer der Jungs sogar noch in Lebensgefahr. Überlegt euch mal, warum und schreibt mir, was ihr denkt. 😀
Eingangs hatte ich erwähnt, dass wir im Veranstaltungsmagazin HEFT mit „ab 12 Jahren“ beworben wurden, richtig? Christoph, der auf unseren Lesungen wegen seines Jobs leider ein seltener Gast ist, hat die Altersbegrenzung auf 16, wenn nicht sogar auf 18 Jahre angehoben. In seinem Text versucht sich eine Gefangene von ihren Handschellen zu befreien und schneidet sich mit einer Glasscherbe ins Handgelenk, um das fließende Blut als „Schmiermittel“ zu benutzen. Am Ende schafft sie das auch, doch die Art und Weise, wie sie das tut, ließ sowohl uns als auch unseren Zuhörern ordentlich unser Blut in den Adern gefrieren. :/
Anne kündigte ihren zweiten Vorlesebeitrag mit den Worten „Jeder muss ein Opfer bringen. Ich auch. Ich habe mir dieses Buch heruntergeladen“ an und nicht nur der Stil des Textes, sondern auch die Verletzungen der Protagonistin sind offenbar äußerst schmerzhaft. Ein Po mit blauen Flecken und Striemen ist da sicherlich noch das kleinere Übel.
Mit einem dazu passenden Lied beschlossen wir den zweiten Block und starteten nach einer kurzen Pause und ohne viel Aufhebens in den finalen und letzten Block. Wer jetzt noch geblieben war, durfte sich auf ein paar seeeehr leckere Literaturhappen freuen. 😀
Den Anfang machte Hagen, der ein Gedicht über einen Ritter, der sich zu weit über eine Brüstung lehnt, hinunterstürzt und stirbt. Aua. Der arme Ritter! 😦
Dagegen kommt mir mein zweiter Beitrag (mit freundlicher Unterstützung unseres Rampenrehs) schon gar nicht mehr so schmerzhaft vor, aber was sind auch schon riesengroße, blutrünstige Mückenschwärme in Finnland?
Mir folgte eben erwähntes Rampenreh alias Achim und las einen Text vor, der dem vom Christoph in Sachen Blutigkeit und Grad des Übels in nichts nachstand oder wie soll ich einen Text beschreiben, in dem der in einem Eisschrank eingesperrte Protagonist sein eigenes Bein öffnet, sich das Wadenbein herausbricht, sich daraus eine Waffe bastelt und seinen Entführer damit ersticht? Klingt übel? Oh ja! Und ich habe hier noch nicht mal ein Viertel der eigentlichen Handlung beschrieben… 😮
Spätestens jetzt musste wieder ein lustiger Text her, der die beklemmende Stille im Ostermann vertrieb und wer könnte das besser als Fritz, der eine Erzählung darüber zum besten gibt, wie ein kleiner Junge seine Vorhaut verloren hat, weil er beschnitten wurde? Am Ende stand fest, dass das Lyrische Ich ein feuriger Kämpfer gegen die weibliche Genitalverstümmelung sein würde. Glücklicherweise verlief seine OP gut und sein „genitaler Ground Zero“ ist trotzdem noch voll funktionstüchtig. Halleluja! 😀
Am Ende atmeten wir alle erleichtert aus und auf und die Kneipenlesungsband gab den Zuhörern noch einen Ohrwurm und Schunkelsong zum Mitnehmen auf den Weg. Schließlich möchten wir unsere Fans nicht noch mehr verschrecken, als unbedingt notwendig. 😉
Um 22.15 Uhr endete ein Abend, der den Namen „Gefühlsachterbahn“ durchaus verdient hat und unser Spendenschweinchen hat eine stolze Summe von circa 122 Euro verputzt.
An dieser Stelle bleibt mir nur noch ein ganz fettes DANKESCHÖN an unsere Fans und Zuhörer des Abends. ❤ Schön, dass ihr da wart und ich hoffe sehr, dass wir uns am 23.12.2017 zur Weihnachtslesung und dem letzten Date des Jahres wiedersehen. Fotos halten sich in diesem Beitrag in Grenzen. Ob das an den ganzen krassen Texten lag oder ob ein anderer Grund eine Rolle spielte, dürft ihr euch gern aussuchen. 🙂

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PaderBow am 18. und 19.11.2017 im Paderborner Schützenhof

Unfassbar, dass sie schon wieder zwei Wochen zurückliegt: die PaderBow.
Wieder einmal hatte ich die Möglichkeit, Bogensportfreunde von nah und fern in meine Arme schließen zu können, die ich sonst schon so selten sehe. Ich habe mich über jeden einzelnen von euch richtig gefreut! ❤ Schön, dass ihr da wart!
In der inzwischen fünften Auflage (juhu, ein Jubiläum!) fanden Bogensportler und solche, die es werden wollten, alles, was das Herz begehrt: Bögen, Pfeile, Köcher, Armschützer, Messer und jede Menge Zubehör zum Bauen von Bögen und Pfeilen.
Abgerundet wurde das Angebot der Aussteller durch die verschiedenen Vorträge, die während der Messe im Fahnensaal des Schützenhofes stattfanden. Ein Highlight war auch der kleine Streetfood-Truck von Oishii, der uns mit superleckeren Curries und Teigtaschen versorgt hat. 🙂 Yummy!
Außerdem hatte die PaderBow einen neuen Rekord zu verzeichnen: 120 Aussteller in drei Hallen und etwa 4300 Besucher fanden sich im November im Schützenhof ein und ich, die an beiden Tagen „zwangsläufig“ 😉 da war, kann bestätigen – ja, gerade am Samstag war es brechend voll. 😮
Ich kann definitiv sagen: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei (mal schauen, ob vor oder hinter den Kulissen) und ich freu mich jetzt schon riesig drauf!
Einige Fotos konnte ich dieses Mal auch wieder machen. Viel mehr findet ihr aber auch auf paderline. Viel Spaß beim Anschauen! 🙂

Weekend of Hell am 04. und 05. November 2017 in Dortmund

Am vergangenen Wochenende fand in den Dortmunder Westfallenhallen eine kleine, aber sehr feine Convention statt: das Weekend of Hell. Normalerweise ist das WoH in Oberhausen daheim, fand aber dieses Jahr erstmalig im Ruhrgebiet statt.
Zunächst hatte ich nicht geplant, dort hinzufahren, doch als ich erfuhr, dass David Morrissey dort zu Gast sein würde, entschied ich mich doch noch um. Gesagt, getan, Tickets gekauft und schon rückte das November-Wochenende näher.
Am Freitag zockelte ich also recht gemütlich mit dem Zug zu meinen Freunden, die so nett waren, mich bis Montag aufzunehmen, auch wenn sie wussten, dass ich mich, sobald ich David erspäht haben würde, im Fangirl-Modus befinden würde. 😀
Am Samstag brachen wir also am späten Vormittag auf und streiften durch die Halle, kauften natürlich jede Menge Nerd-Krams und ließen uns vom großartigen Enrico Lein gratis (!) in Zombies verwandeln und das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen!
So zombiefiziert schlenderten wir also weiter und ernteten auch den ein oder anderen beeindruckten Blick von anderen Besuchern und Verkäufern auf der Con.
Irgendwann wanderten wir Richtung Autogrammtische, an denen die Stars saßen und Bilder oder andere Gegenstände signierten, schließlich wollte ich noch meine The Governor-Funko Pop-Figur von David signieren lassen.
Das Erstaunen seinerseits, als wir vor ihm standen, war groß. Er meinte, dass unser Make Up absolut großartig sei und dass wir selbst schon bei The Walking Dead mitspielen könnten, so wie wir aussähen. Außerdem wollte er wissen, wie lange es gedauert hat, bis wir so aussahen. Auf die Antwort „Twenty minutes“ war er nicht vorbereitet und dementsprechend groß war die Überraschung – besonders sein Gesichtsausdruck spiegelte das sehr gut wider. 😀
Der Schauspieler war sogar so fasziniert von unserem Make Up (bei mir meinte er: „Oh, I love that slug!“), dass er kurzerhand sein Handy zückte und unsere Aufmachung in Bildern festhielt.
Ich dachte schon, dass ich nach diesem ersten Aufeinandertreffen bereits mindestens drei Schnäpse bräuchte, um mich zu beruhigen. Ich hatte ja gar keine Ahnung! 😀
Wir wanderten noch ein bisschen weiter und verließen am frühen Abend die Messe. Es gab ja noch einen zweiten Tag, an dem wir uns zur selben Zeit wieder auf dem Weekend of Hell wiederfanden.
Am Sonntag würde ich David nochmal begegnen, denn ich hatte mir vorher ein Photoshoot-Ticket geleistet. Das hieß, ich durfte mich mit dem Governor himself in einem Nachbau des Governor Rooms aus The Walking Dead fotografieren lassen. Bis dahin würde es noch ein Weilchen dauern, also ließen sich meine beiden Begleiterinnen nochmal von Enrico aufhübschen. Ich wollte auf dem Foto allerdings keine fiesen Pickel, Pestbeulen oder Eiterblasen haben, also entschied ich mich gegen ein erneutes Make Up.
Irgendwann rückte der Termin des Photoshoots näher und die Schlange derer, die auch ein Foto mit David haben wollten, war schon ziemlich lang, als ich mich anstellte, doch ganz entgegen meiner Erwartungen wurde die Schlange schnell kleiner. Wie am Fließband wurde geknipst, gepost und in die Kamera gelacht. Das war mal wieder so ein Moment, in dem ich mich fragte, ob das was für mich wäre. Ich stelle mir das durchaus anstrengend vor. Wenn David das anstrengend fand, ließ er sich allerdings absolut nichts anmerken.
Ich trippelte hinter ihm her und wollte mich irgendwo neben den Sessel, in dem er saß, hocken, aber er fand, dass man auf dem Foto unbedingt mein extra mitgebrachtes Governor-Shirt sehen müsse („We need to see your shirt!“) und bugsierte mich neben sich auf die Sessellehne. Ich tat artig, wie mir geheißen, denn wer dem Governor widerspricht, hat noch nie lange überlebt und ich hänge etwas an meinem Leben. 😀
3, 2, 1, bitte lächeln und einen Druckvorgang später hatte ich ein Hochglanzfoto mit David Morrissey in meinen Händen. Spätestens jetzt schwebte ich auf Wolken über die Messe (Zitat einer meiner Begleiterinnen: „Jetzt rastet Maria völlig aus.“). ❤
Wir sahen uns nach dem Shoot noch das Panel zu The Walking Dead an, auf dem David Morrissey und Lawrence Gilliard jr. Fragen der Fans beantworteten. Erwartungsgemäß war die Fragestunde (okay, es waren eher dreißig Minuten) extrem locker und lustig. Wir erfuhren, dass Bob definitiv Team Governor gewesen wäre, wenn die Serienmacher den Fokus darauf gelegt hätten und dass David es blöd findet, dass sich Kinosäle mit der Zeit in Wohnzimmer und Wohnzimmer in Kinosäle verwandelten. Und auch die Frage „Governor vs. Negan – who would win?“ wurde endlich – zu meiner Zufriedenheit – beantwortet. 😀
Nach dem Panel drehten wir noch eine letzte Runde über das WoH und ich überlegte, ob es nicht eine gute Idee wäre, das ausgedruckte Foto von David auch noch zusätzlich unterschreiben zu lassen. So ein Autogramm kostete zwar jedes Mal ordentlich Geld, aber die Gelegenheit konnte ich nicht ohne Weiteres verstreichen lassen, also trat ich ein zweites Mal an den Autogrammtisch. David war sehr gespannt auf das Foto und sagte, dass es ihm sehr gefiele, als ich es ihm zum Signieren vorlegte. Jetzt steht auf dem Ausdruck „To Maria, I love your t-shirt. David M. The Governor xxxx“
Ich bekam gefühlt auch kaum mehr als ein „Thank you so much“ heraus 😀 und wenn ich dachte, mit dem ersten Autogramm oder dem Foto wäre mein persönlicher Höhepunkt des Wochenendes erreicht gewesen, hatte ich mich schwer getäuscht, denn mit einem Mal stand er auf, sagte: „Come, give me a cuddle“ und schloss mich in eine Umarmung. ❤
Seitdem schwebe ich definitiv nur noch über den Boden, denn auch wenn die Messe für alle Stars und so auch für David echt anstrengend gewesen sein muss, war der Brite richtig nett und wahnsinnig geduldig.
Fazit: Von dem Wochenende erzähle ich bestimmt noch meinen Enkeln. Es hat richtig Spaß gemacht und auch wenn mein Geldbeutel jetzt weint, weil am Ende des Geldes noch viel zu viel Monat übrig ist, bin ich froh, dass ich doch zum Weekend of Hell gefahren bin.
Vielen Dank an das Team vom Weekend of Hell fürs Ausrichten dieses netten Spin-Offs in Dortmund! Möglicherweise war ich nicht zum letzten Mal da. Danke auch an meine beiden Freundinnen, die mich das Wochenende über ausgehalten und ertragen haben, während ich im Gov-Mode war. ❤

Dieses Mal hab ich auch definitiv ein paar Fotos mehr gemacht und kann euch ein paar Impressionen zeigen. 🙂 Viel Spaß beim Anschauen!

Kneipenlesung „Kalte Schnauze“ am 21.10.2017 im Café Röhren

Am vergangenen Samstag war ich wieder im Rahmen meines Nebenprojektes, der Kneipenlesung, aktiv und was soll ich sagen? Es hat wie immer riesigen Spaß gemacht und auch dieses Mal kann ich nur sagen: Jeder, der nicht da war, hat wirklich was verpasst! 🙂
Das Röhren war wieder sehr voll, aber das ist in dem kleinen, süßen Café in der Mühlenstraße auch nicht schwer. Das hat einfach seinen ganz eigenen Charme, dem offenbar auch unser Publikum in aller Regelmäßigkeit erliegt. ❤

Die Kneipenlesung war dieses Mal ein bisschen anders aufgebaut: Da mit unserem Rampenreh und Lead-Gitarristen Achim ein wichtiger Bestandteil fehlte, gab es leider kein Intro und wir starteten stattdessen ohne Umwege und sehr… nun, ja… genussvoll in den Abend. Werner las nämlich DEN Referenztext schlechthin (seine Worte, nicht meine!) – ein Werk über die Zubereitung einer superleckeren Schweinskopfsülze, die natürlich kalt sein muss, denn warm schmeckt die mal so gar nicht. 😀
Hagen berichtete in seinem Text, wie er im Falle einer Schneckenplage in seinem Garten verfährt und gab weitere Arten, mit Ungeziefer aller Art fertig zu werden, zum Besten. Äußerst kaltschnäuzig sage ich da nur. 😉
Sonja fragte sich in ihrem Textauszug dann, ob Schädel verschiedenster Arten und Größen Töne von sich geben. Der Biologe in ihrem Buch sieht sich in einer Szene mit einer Wand konfrontiert, die komplett mit Schädeln und in Formaldehyd eingelegten Zungen und Ohren vollgestellt ist. Mh, da bekommt man doch glatt Hunger, oder?
Vor der Pause des ersten Blocks stellte Helga noch einen Text vor, in dem ein Bär von Sigmund Freud dazu animiert wird, Motorrad zu fahren, was aber nur mit mäßgem Erfolg gelingt. Lustig anzuhören war es allemal, auch das Publikum lachte viel und litt mit Freud, wenn das große Fellknäuel zu langsam fuhr oder einfach nicht das tat, was Freud von ihm verlangte. „Du doofer Bär!“, dachte(n) sich in vielen Momenten möglicherweise nicht nur Sigmund, sondern auch unsere Zuhörer. 😀
Nach dem ersten Lied des Abends und einer kurzen Pause las Fritz über einen Hundemaler, der sich gleichzeitig als „Hundehasser im Allgemeinen und Hundehalterhasser im Speziellen“ bezeichnete. Die äußerst amüsante Geschichte beschreibt den Werdegang des Lyrischen Ichs, das sich als Tierprotraitierer verdingt und einen Auftrag erhält (während es beim Kacken auf dem Klo sitzt, denn jeder kennt das Gesetz: Immer klingelt das Telefon, wenn man gerade einen abseilt!), bei dem es einen Hund malen soll – nach Modell. Das Ende der Geschichte ist, dass der Hund fliegen lernt, doch warum dem so ist, müsst ihr euch schon selbst zusammenreimen. 😉
Nach dem sehr witzigen und schrägen Einstieg betrat Georg die Bühne und kündigte seinen Text mit den Worten „Jetzt wird’s ernster“ an und hielt, was er versprach. Die zwei Protagonisten ölen die Gleise einer Zugstrecke, nachdem einer von ihnen von einem Bauern verprügelt wird, weil er aus Versehen dessen Stand abgeräumt hat, an dem der Bauer Molkereiprodukte feilbot. Die beiden hoffen mit dem Ölen der Gleise dafür sorgen zu können, dass der Bauer unter den späteren Todesopfern sein würde, die die folgende Zugentgleisung forderte, doch sie müssen feststellen, dass ausgerechnet der Bauer, der einen der Charaktere so schlimm verprügelt und gedemütigt hat, noch lebt. Das ist wohl ein typischer Fall von „Karma, bitch, Karma!“
Danach war ich an der Reihe und entschied mich, dem Thema entsprechend, für eine Szene, in der es sowohl eine kalte Schnauze in Form eines Haustieres als auch eine äußerst kaltschnäuzige Handlung gab: Es gilt einen Todeskandidaten vor seiner Urteilsvollstreckung ein wenig zu beruhigen und da dieser sich fragt, was mit der Maus geschehen würde, die sich irgendwann zu ihm in die Zelle verirrt, erzählt einer der wachhabenden Beamten von einer – imaginären – Mäusestadt, in die seine Maus sicherlich nach dem Tode des Delinquenten einziehen würde, doch der ekelhafte Antagonist (naja, zumindest einer der wirklich Bösen im Gefängnis) tötet die Maus. Er habe schließlich von vornherein gewusst, dass er die Maus erwischen würde. Früher oder später…
Der zweite Block schloss mit einem Text, vorgelesen von Fritz, in dem ein Hund einem Mann erst den Arm abreißt und ihn dann doch noch zur Hälfte verspeist. Haps und weg! 😉
Es wurde wieder musikalisch nach einer letzten, kleinen Pause startete Helga, nur stilecht mit „Titanic“-Matrosenmütze, mit einem Gedicht, das sie laut eigenen Angaben manchmal erschreckend aktuell findet.
Sonja folgte mit einem sehr rührenden Text aus der Sicht eines verletzten Windhundes, der im tiefsten Winter einen Platz zum Schutz vor der Witterung und zum Schlafen sucht und zwischendurch auf zwei Rehe trifft, die er mangels Kraft aber nicht mehr jagen kann. Das ist dann aber eher die Art von „kalter Schnauze“, auf die ich als Tierfreundin sehr gern verzichtet hätte. Das arme Ding. *schnüff* 😦
Georgs zweiter Fund behandelt die Kaltschnäuzigkeit zweier Plätzchenverkäuferinnen, die an die Tür einer alten Frau kommen, deren Hund die beiden Mädchen gehörig einschüchtert. Sie möchten dem Hund gern Plätzchen geben, die mit Rattengift versetzt sind und für den Fall, dass die alte Dame von den Keksen isst, haben die Mädchen auch schon eine Antwort parat: „Die ist sowieso zu alt zum Leben“.
Werner, seines Zeichens dienstältester Kneipenleser, las über eine Alterserscheinung, die sich halomonas titanicae nennt, bei der man mit dem Alter zu bröseln beginnt, aber das ist nicht das einzige Symptom des Älterwerdens, das Werner „beliest“. Man verknallt sich in 20 Jahre jüngere Frauen oder bekommt weniger Anrufe, weil „Lennart“, „Luise“, „Martin“ oder „Moritz“ lieber mit der Tochter sprechen wollen. Nun stellt euch mal vor, das Lyrische Ich in dem Text kommt mit einer französischen Schauspielerin namens Marie auf eine Yacht und Giselle Bündchen und Kate Moss zerreißen sich die Mäuler – oh, entschuldigung – die Münder über Marie und ihren bröseligen Deutschen. Klingt lustig, oder?
Hagen beschließt den dritten Block mit einem Text über die unzähligen Tiere, vornehmlich Wellensichttiche namens „Coco“, die entweder besonders blöd, besonders intelligent oder besonders faul sind; Schildkröten, die Felix heißen, im Keller auf den Rücken fallen und eingehen; Meerschweinchen in der vermeintlich ersten schwulen Meerschweinchen-WG, die sich vermehren wie nicht gescheit oder einer Katze, die auf den klangvollen Namen „der Kater“ hört und der sich durch seine Kastration in den „späten Elvis“ verwandelt, weil er durch die Kastration schlichtweg fett wird. 😀
Zu guter Letzt folgte der Auftritt unserer Kneipenlesungsband und der Abend endete pünktlich um 22 Uhr. Naja, vielleicht waren wir fünf Minuten drüber, aber definitiv nicht mehr! Versprochen! 🙂

Fazit: Es hat mir wieder einmal großen Spaß gemacht, vor Publikum zu lesen und an das Pärchen, das mir am Ende noch sagte, dass ich „richtig geil“ gelesen habe – DANKE! So ein Kompliment geht runter wie Öl. ❤

PS: Unser weltbestes, grandioses Publikum hat uns für neue Geräte, Elektrik und was man sonst noch so braucht einen bombigen Beitrag von 130 Euro gespendet. Auch hierfür ein dickes, fettes DANKE! ❤

Die nächste Lesung findet unter dem Motto „Aua! – Wir ziehen die Schmerzgrenze“ am 18.11.2017, wie gewohnt um 20 Uhr, im Café Ostermann statt. Einen passenden Text habe ich bereits in meinem Bücherregal gefunden. Ihr dürft, wie immer, sehr gespannt sein 😉 und nun bekommt ihr noch einen kleinen Einblick in Form von Fotos. 🙂

Lang, lang ist’s her…

Es fing ja schon damit an, dass ich meinen letzten Blog-Beitrag vor über zwei (oder waren es inzwischen doch drei?) Jahren verfasst und veröffentlicht hab. Vielleicht bin ich ja doch nicht so die Bloggerin und vielleicht gibt es in meinem noch relativ jungen Leben nicht genug zu erzählen, um es in einem Blog bzw. auf einer eigenen Webseite zu verpacken?
Das sind mir eindeutig zu viele Vielleichts. „Einfach mal machen“ heißt hier die Devise und ich sollte zumindest versuchen, das Blögchen hier hin und wieder aktuell zu halten, vielleicht gibt es da draußen ja den ein oder anderen, den mein Geschreibsel hier interessiert. Super – schon wieder ein Vielleicht. Ob ich es für den Rest des Eintrages schaffe, nicht „vielleicht“ zu schreiben?
Mir fällt gerade ein Satz ein, den eine Freundin von mir mit Vorliebe verwendet:

Do more of what makes you happy.

Da ist auch kein Vielleicht drin. Sollte ich mir mal zu Herzen nehmen. Das fiese, unsichere Wort mit V darf sich der geneigte Leser an dieser Stelle einfügen, ich bin nur für mein Geschreibsel verantwortlich, nicht für die Gedanken, die der Leser währenddessen hat. 😉
Okay, jetzt bin ich doch etwas vom eigentlichen Thema abgekommen.
Der ein oder andere wird sich denken, dass in meinem Leben in den letzten drei Jahren wieder viel zu viel passiert ist und mir schlichtweg die Zeit für WordPress fehlte, doch das will ich ändern.
Was ist denn nun so viel passiert?, mag man sich an dieser Stelle jetzt möglicherweise fragen:

  1. Ein Studienabschluss:
    Ja, ich hab es geschafft – ein erster Schritt Richtung Berufsleben ist getan. Seit 2016 darf ich voller Stolz den akademischen Titel Bachelor of Arts tragen. Das ist vielleicht ein irres Gefühl, wenn man folgendes zu lesen bekommt:

    20160429_095221[1]

    Natürlich ist das noch längst nicht alles. Aktuell studiere ich Linguistik und arbeite brav auf den Master of Arts hin – und auf eine mögliche Promotion. Jaja, sie greift schon wieder nach den Sternen, mag man an dieser Stelle denken. Eventuell. Es bleibt abzuwarten, was das Studentenleben noch für mich bereithält.

  2. Ein gewonnener Bogen:
    In diesem Jahr habe ich mein Glück wohl bis in alle Ewigkeit ausgereizt, als ich ganz salopp an einem Gewinnspiel der Bogensportwelt teilnahm, dass diese veranstaltet hatte, um eine Reihe neu entwickelter Bögen der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
    Was kann da schon schiefgehen?, dachte ich mir und nahm an der Umfrage teil, die der Bogensportgroßhändler bei Facebook gepostet hatte.
    Gar nichts geht da schief, lautete die Antwort, die am Ende des Monats in Form einer E-Mail bei mir eintrudelte und mir die frohe Botschaft über den Gewinn mitteilte. Wie das bei Studenten so ist – die schlafen in den Semesterferien gerne mal länger und dementsprechend schob ich die gelesene gute Nachricht auf den Umstand, noch nicht ganz wach zu sein. Nachdem dann aber die nächste E-Mail kam, mit der Bitte, ich möge den werten Herrschaften doch bitte meine Adresse schicken, damit sie mir meinen Gewinn zusenden können, wurde ich allmählich doch wacher. Letzte Zweifel wurden ausgeräumt, als bei dem bekannten Netzwerk mit F ein Beitrag erschien, der ebenfalls meinen Namen und die frohe Kunde über den neuen Bogen in meiner BSG (Bogensportgerät)-Familie beinhaltete. So langsam muss ich mir wohl wirklich ein Bogenregal zulegen… 😀 Natürlich finde ich alle meine BSGs wunderschön, aber der hier sticht schon ein wenig aus der Masse hervor, aber seht doch am besten selbst:

    Malachit

    Ja, ich sag doch, dass der schön ist! 😀
    Eine Anmerkung am Rande: Die farblich passenden grün befiederten Pfeile habe ich gebaut, bevor ich von dem Gewinn erfuhr (Ich schwöre!). Der Frau in mir passt das aber ausgezeichnet in den Kram – ein Bogen passend zur Farbe der Pfeile bzw. der Federn und der Nocken? Das hat echt Stil! 😀

In über zwei Jahren passiert natürlich noch viel mehr, was ich an dieser Stelle aber nicht breittreten kann und will. Nur so viel: Es ist (hoffentlich) noch ein Turnier im Winter geplant, ich betätige mich natürlich auch weiterhin bei den Kneipenlesern und entdecke meine schauspielerischen Ambitionen (wieder). Dazu aber gern an anderer Stelle mehr… 🙂

PS: Seht euch das an – Ich habe es durchgehalten und im Rest des Beitrages nicht einmal das Wort „vielleicht“ benutzt. 😀
Ich weiß auch schon ganz genau, wer jetzt nochmal durch den Beitrag scrollt und nach dem „vielleicht“ sucht. 😛

Scream, aim, fire!

Auch an der Bogenschützenfront hat sich bei mir wieder einiges getan. Auch in diesem Jahr war ich wieder auf einigen Turnieren unterwegs, dieses Mal sogar vergleichsweise erfolgreich. Von den vier Turnieren, auf denen ich war, bin ich bei dreien auf dem Treppchen gelandet, was mich natürlich unwahrscheinlich stolz macht!

Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, meine Mitbringsel zu fotografieren, also schaut her!

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Aus alt mach neu…

Ich hab mich ja nun lange nicht mehr um meinen kleinen Blog gekümmert – ganz verkümmert liegt er da. Da wird es doch mal höchste Zeit für etwas Neues!

So viel ist in den letzten Monaten passiert. Gute wie auch schlechte Dinge haben meinen Weg gesäumt. Freunde kamen, Freunde gingen. Es hat mir mal jemand geschrieben:

Die Welt ist im Wandel, ich spüre es im Wasser, ich spüre es in der Erde, ich rieche es in der Luft. Das Jahr 2015 ist ein Jahr des Aufbruchs […].

Nach der ersten Jahreshälfte bin ich definitiv seiner Meinung – und das Jahr ist noch nicht vorbei…

old vs. new

Auch an der Kneipenleser-Front gibt es Neuigkeiten. Nachdem ich mir – teilweise gezwungenermaßen, teilweise freiwillig – eine Pause genommen habe, möchte ich dort wieder durchstarten und werde auf der letzten Lesung dieser Saison wieder dabei sein.

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Wer also sonst noch nichts vorhat… ihr wisst ja, wo ihr mich dann findet.

Frohes neues Jahr!

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht – nicht zu weit, nicht zu feste, sondern genau richtig. 🙂

Den ersten Beitrag des neuen Jahres widme ich wieder meinem kleinen Nebenprojekt – der Kneipenlesung.

Am 17. Januar lesen wir im Café Ostermann zum Thema „Nichts“. Wir beginnen um 20 Uhr, der Eintritt ist, wie immer, frei. 😉

– Visual Mind

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Ähem…

… das ist mir jetzt ein wenig peinlich.

Mein Blog vereinsamt hier ja total – vom ganzen Staub mal abgesehen, der sich hier so angesetzt hat. *haaaaatschiiiii*

Okay, jetzt aber mal ernst.

Es ist eine ganze Menge passiert. Ich war endlich mal die Beste in irgendwas – am 12. Oktober 2014 habe ich den ersten Platz in der Damen TRB-Klasse (Traditioneller Revurvebogen) auf der Gebirgsjagd in Willebadessen belegt. Wollt ihr mal sehen? Ja? Hier bitteschon! 😉
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Zu sehen sind: Ein kleiner selbstgebauter Pokal mit dem Erinnerungsbutton des Turniers, die Urkunde, die mir meine Platzierung bescheinigt und eine vergoldete, geschmiedete Pfeilspitze. Die Freude war und ist nach wie vor riesengroß. 🙂
Mein Dank geht ans Team von Bogenstübchen, das dieses feine Turnier ausgerichtet und organisiert hat. 😉

Zum zweiten möchte ich mal wieder ordentlich die Werbetrommel für mein kleines Nebenprojekt rühren – am 15.11.2014 findet im Café Ostermann die Jubiläumskneipenlesung statt. „Wir“ werden 20 und das wollen wir mit allen feiern!
Also kommt zahlreich!

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Schönes Wochenende allerseits!
– Visual Mind